Künstler und Schaffen
Biografie
G. Gelbmanns Weg:
Die künstlerische Ausbildung erhielt er an der heutigen Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz.
Lehrer: Georg Eisler/Wien, Hubert Schmalix/Wien, Helmuth Gsöllpointner, Erwin Reiter.
Vom Beginn seines „TANZ-WEGES“ bis heute, dokumentieren die Werke einen tiefen, interdisziplinären Einsatz, der auf bemerkenswerte Weise Bildende Kunst, Tanz und Musik verbindet.
Das Schaffen allgemein, der Einfluss des Tanzes/Balletts
Die Arbeiten sind oft inspiriert von flüchtigen Momenten des zeitgenössischen Balletts, insbesondere während der Entstehung einer Bühnensprache, die ohne Worte auskommt. Seit Generationen hat diese Kunstform einen festen Platz in unserer Gesellschaft und fasziniert durch ihre Vielschichtigkeit.
Gelbmann hatte die Gelegenheit, bei namhaften Kompanien zu erleben, wie Choreografien vom ersten Schritt bis zur Premiere entstehen. Dabei wird besonderer Wert auf die Einbeziehung der Protagonist*innen gelegt, es verfeinert die choreografischen Ansätze. Diese moderne Kulturtechnik ist geprägt von Kraft und Dynamik in ständig wechselnden Bewegungsabläufen.
Sein Ziel ist es, die effektiven Sekundenbruchteile in den Werken festzuhalten, ob auf 2D-Bildträgern oder in 3D-Umsetzungen. Jeder Anfang erfordert adäquate Lösungen, um die Essenz dieser Momente einzufangen.
Inspirationen aus dem Tanz fließen in die verschiedenen Werkformen ein.
Wie ein roter Faden zieht sich seine Philosophie durch die Werke, alle Arbeitsformen und machen sowohl das Vorher als auch das Nachher einer Handlung erfahrbar.
Das Schaffen ist geprägt von originären, formalen Lösungen, Experimenten und ständiger Weiterentwicklung.

Auch die Musik, die bei den Aufführungen eine wichtige Rolle spielt, findet sich oft in Form von Zitaten wieder.
Fertige Werke werden zum Tanz der Empfindungen.
Neben der praktischen Erfahrung konnte sich Gelbmann auch umfassendes Wissen über Tanzgeschichte und -theorie aneignen.
Rezipient*innen sind eingeladen, sich von der Hektik des Alltags zu lösen und in die faszinierende Welt des Tanzes einzutauchen.
Warum faszinieren moderne Tanzprozesse?
Ballett / Tanz sind in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken!
Eine begeisternde Kunstform, die eine tragende Rolle, sowohl in der Kunst des Theaters, der Bühne allgemein und im Film hat.
Was beim Tanz zu Aktivitäten in Zeit und Raum entsteht, führt in der bildenden Kunst zu einer metaphorischen Entfaltung.
TANZ/BALLETT im Wandel, bis heute
Schon Baudelaire widmete sich in seinem Artikel „Der Maler des modernen Lebens“ neuen Entwicklungen im zeitgenössischen Ballett. Die Künstler*innen sollten sich, wie später auch durch die „Secession“ angeregt, von ihren nicht mehr zeitgemäßen Vorbildern lösen. So schreibt Baudelaire:
Die Eigentümlichkeit des Tanzes als Kunstform offenbart sich im Prozess einer Verwandlung des bewegten Körpers, in Zeichen und Zeichenmuster. Bewegungen werden, in der erst zu erschaffenden Zeitordnung, als rhythmische Zeichen in den Raum gesetzt. Der Augenblick wird als reiner, sichtbarer Vorgang der Verwandlung, als Metamorphose, erfasst.
Zahlreiche Maler*innen nutzten den Tanz in der Moderne als künstlerischen Einfluss und Quelle der Inspiration. Zu erwähnen sind dabei Édouard Manet, Edgar Degas, Henri de Toulouse-Lautrec oder Auguste Rodin. Später waren es beispielsweise Alexander Archipenko, Sonia Delaunay, Erich Heckel, Alexej, Jawlensky, Wassily Kandinsky, Ludwig Kirchner, Paul Klee, August Macke, Franz Marc, Henri Matisse, Emil Nolde, Max Pechstein, Oskar Schlemmer u.a.
Während ein Tanzprojekt entsteht, vereinen sich mehrere Aspekte und tragen zu einer Komplexität bei. Wesentliche Rollen spielen dabei die körperliche Verfassung, die Anlagen der Künstler*innen, ihre Ausbildung und Erfahrung. Weitere ständige Einflüsse sind die Mittel der Bühnensprache durch Choreografie, Dramaturgie, Musik, Bühnenbild, sowie Kostüme und Beleuchtung. Darüber hinaus entwickeln sich ChoreografInnen und Techniken laufend weiter.
Der Komplexität nähert sich Merce Cunningham in seinen Choreografien „Changing steps“ (1965) und „How to pass, kick, fall and run“ (1975) an. So schreibt Cunningham:
Die Anlagen der Tänzerinnen werden beim zeitgenössischen Ballett zur Entdeckung. Sie sind in der Ausführung weitgehend transparent. Die flüchtigen Zeichen des Tanzes übersetzt der Körper, als Medium, in einen plastisch-farbigen Rhythmus. Die Körper der Tänzerinnen sind Teil der Aufführung, verschwinden aber gleichsam im Prozess der Bewegung. Jede Äußerung wird als Bewegung verstanden, denn auch unser Herzschlag, der Atem, die Gedanken sind Bewegung. Anhalten von Bewegung, Stille und der ungreifbare Moment des Beginns vom Tanz wird zum Thema.
Eine weitere einflussreiche Choreografin ist Pina Bausch, geboren 1940:
Sie entwickelt eine Form, die es zu dieser Zeit nicht gab. Erlebte Fragmente von Alltagswirklichkeiten wurden im TANZTHEATER umgesetzt.
Nicht wie sich Menschen bewegen, sondern was sie bewegt, wird zur Dramaturgie der Empfindungen. Aus einem symbolischen wurde ein poetisches, metaphorisches Theater.
Erneuerer sind auch Jiri Kylian vom „Netherlands Dans Theater“, William Forsythe, Ballett Frankfurt (1984–2004), Maurice Béjart, John Neumeier und viel andere - ohne besondere Reihung oder Anspruch auf Vollständigkeit.
Tanz-Entwicklungen setzen sich immerfort. Die Vielfalt ist, auf zahlreichen Bühnen präsent. Bei Tanztagen, ähnlich dem Impulstanz Festival in Wien, performt Hervorragendes.